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Ein paar restaurierte Instrumente:



Barockfagott Traversflöte Streitwolf Basson 19. Jh.



Basson, ungestempelt
Wohl Frankreich, um 1860; Cabart?
Privatbesitz


Diesmal ging es darum, ein Instrument wieder spielbar zu machen. Das Holz war im großen und ganzen gut erhalten, die Klappen festgerostet, aber vollzählig. Das Instrument war schon mehrfach repariert worden - oft ein Hinweis darauf, dass es gerne gespielt worden war.

Zunächst wurden die Risse gefüllt:

       

Der Riss am Stiefel war schon einmal mit Stahlschrauben "gestiftelt" worden. Dieses früher übliche Verfahren hatte hier einmal mehr seinen Zweck nicht erfüllt! Solche Schrauben wieder zu entfernen ist oft ein langwieriger Prozess - derartige Projekte mußten zunächst vertagt werden.

     

Das Holz wurde von Leinölablagerungen befreit:

   

Die Haube war mehrfach gesplittert und wurde nur noch durch einen dünnen Draht zusammengehalten. Die Einzelteile wurden vom Grünspan befreit, wieder in die Rundung eingepaßt, geklebt und, wo nötig, ergänzt:

     

vorher:

   

nachher:

   

Der haubenseitige Zapfen der Bassröhre war zerbrochen. Bei einem modernen Instrument fertigt man üblicherweise einen gänzlich neuen Zapfen an, doch hier sollte nicht mehr Originalmaterial als nötig entfernt werden. Außerdem war die Bohrung nach 150 Jahren naturgemäß alles andere als rund. Die fehlenden Stücke wurden also ergänzt und retouchiert:

     

Eines der Messingherzen im Stiefel stand über. Es war nicht, wie erwartet, herausgerutscht, sondern einfach zu lang. Das Ende war verbogen und an der Lötnaht aufgerissen. Es wurde gekürzt, gerichtet, gelötet und eingeklebt. Die Risse wurden gefüllt, das Hirnholz neu gewachst, die Zwinge über einer Lage Stoff neu aufgezogen.

   

vorher:

   

nachher:

   

Der Abguss besteht bei diesem Instrument aus einem Stück Kork zwischen zwei Messingplatten: die untere flach, die obere sphärisch und versehen mit einer Hülse zur Aufnahme der Messingschraube, die alles zusammenhält. Der Kork war am Zerbröckeln und musste erneuert werden. Große schöne Korkstücke sind heute rar, und da der Kork sowieso im Instrument verschwindet, wurde diesmal "schichtverleimt", was außerdem der Dichtigkeit zugute kommt, da die Poren nun nicht mehr durchlaufen. Eine Schlußplatte fehlt noch.

       
   

Die Walzenschrauben, auf denen die Klappen gelagert sind, mußten großteils erneuert werden. Entweder waren sie vom Rost zernagt, der Schlitz "ausgenudelt", oder sie waren überhaupt nicht original und paßten nicht zu Säulchenloch, Röhrchendurchmesser und/oder Gewinde. Auch die Fingerrolle, die behelfsmäßig nur mit einem Drahtstift in ihrer (vermutlich nicht originalen) Klappe steckte, bekam endlich wieder eine Schraube:    

Einige Klappen schienen zu verschiedenen Zeitpunkten umgebaut oder abgewandelt worden zu sein. Das ist Teil der Geschichte des Instruments. Bei Klappe 5 war ein Neusilberröhrchen zur Verstärkung oder Verlängerung aufgelötet worden - eine nicht sehr elegante Lösung. Die Klappe bekam ein ganz neues Röhrchen:

 

Die Tonlochränder waren in schlechtem Zustand, was sicher auch daran lag, dass der Ahorn vom übermäßigen Ölen weich und mürbe geworden war. Zum Teil konnten sie repariert werden, in einem Fall wurde ein neuer Einsatz angefertigt:

   

Die Polster waren nicht nur nicht original, sondern haarsträubend eingesetzt. Sie wurden durchgehend erneuert.

vorher:

     

nachher:

     


Restauriert 2006.